Expertenmeinung

Interview mit der Säuglingsintensivschwester Birgit Reindl


„Toleranz entsteht durch Tun, ist eine meiner Grundeinstellungen, weil ich mir denke, alles was ich tue hat auch eine Wirkung nach außen und für das Ganze", so beginnt mein Gespräch mit der Säuglingsintensivschwester Birgit Reindl.

Doch was hat Birgit Reindl mit diesem Satz genau gemeint?

„Veränderung passiert immer dann, wenn ich Veränderung vorlebe. Und so ist es auch mit Toleranz. Jeder Mensch ist anders, jedes Kind ist anders, jede Mama, jeder Papa ist anders und jeder wünscht sich, dass man ihm in seinem Sein begegnet. Und das versuchen wir auf der Station auch zu leben. Verändert hat sich zB in den letzten Jahren, dass Geschwisterkinder mit herein dürfen, dass die Besuchszeiten noch flexibler geworden sind und dass außer den Eltern auch noch andere Besucher mitkommen dürfen. Wobei ich die Eltern immer darauf hinweise, dass jeder Besucher der zusätzlich kommt, natürlich auch eine Infektionsquelle für die ganze Station und das Kind ist, dennoch sollten die Eltern die Möglichkeit haben, Menschen die ihnen wichtig sind, mitzubringen.“

Wickeln, Visiten oder Pflegerunden, der Tagesablauf auf der Säuglingsintensivstation ist dennoch immer anders.

Birgit Reindl erklärt dazu:

„Das kann man nicht verallgemeinern, das ist nicht wie in einem Büro, um 9.00 Uhr habe ich fixe Arbeiten und um 10.00 Uhr gehe ich immer in die Kaffeepause. So stelle ich mir zumindest einen Büroalltag vor. Bei uns, das kommt es sehr darauf an, welche Kinder ich zu betreuen habe, da es bei einem sehr kleinen Frühgeborenen (500 Gramm zB) einen anderen Tagesablauf gibt, als bei einem Termingeborenen, das krank ist. Da es bei einem beatmeten Kind einen anderen Tagesablauf gibt wie bei einem Kind, das nicht beatmet ist. Aber generell ist es so, da gibt es den Frühdienst, der um 6.40 Uhr beginnt. Dann gibt es die Dienstübergabe vom Nachtdienst an den Tagdienst, von der betreuenden Schwester wird das Kind. an die nachkommende Schwester übergeben. Man hat allerhöchstens drei Kinder zu betreuen, sowohl im Tag- als auch im Nachtdienst. Am Tagdienst sind es meistens nur zwei Kinder."

„Bei der Antrittskontrolle schaut man, ob der Monitor richtig eingestellt ist und die Infusionen richtig laufen. Wenn Kinder zu baden sind, wird das auch oft in der Früh gemacht, weil es einfach ruhiger ist. Die ersten Pflegerunden sind um 8.00 Uhr die hat jedes Kind, dann heißt es vorbereiten auf die Visite. Die Visite ist an jedem Patientenbett extra. Dann muss die Visite ausgearbeitet werden. Es gibt eine eigene Schwester die nur die Infusionen mischt. Wenn die Visite vorbei ist, beginnt auch die Besuchszeit und da rufen Eltern meistens schon an, so gegen 11.00 Uhr. Da dürfen dann die ersten Besucher rein, denn während der Visite ist Datenschutz. Über die Mittagszeit ist der Spätdienst schon da, meistens wenn es möglich ist, erfolgt eine Eins-zu-eins-Betreuung. Auf eine Schwester kommt ein Kind. Dann schauen wir, wie wir die Eltern integrieren können. Um 11.00 Uhr ist dann meistens die zweite Pflegerunde, bei Kindern die acht Mahlzeiten haben.“

Das Arbeiten mit Intensivkindern erfordert viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Dennoch sieht Frau Reindl die Aufgabe nicht als schwierig.

Birgit Reindl erklärt uns ihren Standpunkt folgendermaßen:

„Ich kann nur für mich persönlich antworten. Nicht umsonst heißt unsere Station „Intensivstation“ und gerade die kleinsten Kinder sind sehr intensiv, intensiv auf allen Ebenen. Das heißt, sowohl auf der medizinischen Basis, als auch auf der emotionalen Basis. Und so ein kleiner Wurm kann einen dann ganz schön berühren, ganz tief drinnen im Herzen und da ist es dann oft schwierig, wenn man am Abend wieder raus geht, abzuschalten.“

„Unberührt möchte ich nie sein, denn dann bin ich falsch in diesem Beruf. Wenn es mich nicht mehr berührt, dann bin ich nicht richtig, denn ich arbeite mit Menschen, kleinen Menschenwesen, und es soll mich berühren, nur nicht belastend berühren. Oder nicht so, dass ich zu Hause nicht schlafen kann, weil es einem Kind nicht gerade gut geht. Und oft ist es da schwierig sich abzugrenzen."

"Die Frage, was ist schwierig, löst bei mir aus, dass eigentlich nichts schwierig ist, und trotzdem gibt es aber Sachen die schwierig sind. Alles was schwierig erscheint, hat was drinnen, woraus man lernen kann. Allgemein die Arbeit auf einer Intensivstation hat etwas Schwieriges. Die Kinder sind eine Herausforderung, und dieser Herausforderung stellt man sich gerne – also ist es nicht schwierig.“

Warum liegen Säuglinge überhaut auf der Intensivstation, diese Frage hat uns Frau Reindl beantwortet.

„In Innsbruck sind Frühgeborene und kranke Neugeborene, das heißt, dass wir auch termingeborene Kinder haben, die krank sind, die zB einen Herzfehler haben oder eine Stoffwechselerkrankung. Was wir auf der Säuglingsintensiv nicht aufnehmen, sind Kinder, die schon einmal zu Hause waren, die kommen dann auf die pädiatrische Intensivstation. Das hat den Grund, dass Kinder, die schon einmal daheim waren, ein anders Keimspektrum haben, wie Kinder, die nur im Krankenhaus waren und wir eher vermeiden wollen, uns solche Keime einzuschleppen.“

Eltern würden ihre Kinder selbstverständlich am liebsten auf der Stelle mit nach Hause nehmen. Immer wieder werden Ärzte und Schwestern gefragt, wie lange das Baby denn noch bleiben muss. Doch diese Frage kann meist nicht beantwortet werden, so die Säuglingsintensivschwester Birgit Reindl:

„Das kann man nicht sagen, das hängt vom Kind ab, von der Erkrankung ab. Manche Kinder sind schneller und manche Kinder brauchen einfach ein bisschen länger. Bei sehr kleinen und kranken Kindern ist es oft so, dass es jeden Tag besser gehen kann, dass es aber auch jeden Tag die Möglichkeit besteht, dass sie etwas dazubekommen. Wenn Eltern mich fragen: „“Wie lange denn Schwester … und sie haben doch die Erfahrung, muss das Kind denn bleiben?“, dann ist meistens meine Standardantwort, „wenn ich das wüsste, könnte ich dem lieben Gott Konkurrenz machen.“

Insgesamt können auf der Säuglingsstation in Innsbruck 12 Kinder untergebracht werden. Jedes Bett ist mit einem Beatmungsgerät ausgestattet. Ein Platz sollte jedoch stets für Akutaufnahmen zur Verfügung stehen. Oft ist der Schock groß, wenn man sein Kind auf der Intensivstation besuchen möchte, das Baby aber bereits auf eine Nachfolgestation verlegt wurde. Eltern brauchen hierbei aber keine Angst zu haben, Kinder werden nur dann verlegt, wenn es der Gesundheitszustand auch zulässt. Wird dringend ein Bettchen benötigt, da ein Akutfall eintrifft, so wird stets das gesündeste Kind verlegt.

Im Gegensatz zu Eltern von gesunden Kindern, sind Eltern von Intensivkindern oft die Hände gebunden. Mütter kommen sich hilflos oder nutzlos vor.

Doch es gibt immer etwas was Eltern für ihre Kinder tun können, erklärt Frau Reindl.

„Aus meiner Sicht ist die primäre Hauptaufgabe der Eltern dazusein. Und auch wenn man sein Kind nicht immer in dem Ausmaß umsorgen kann, wie man es sich vielleicht wünscht, bin ich der festen Überzeugung, dass die Kinder die Anwesenheit der Eltern alleine schon wahrnehmen, spüren und dass es ihnen gut tut und dass es sie unterstützt, beim Gesundwerden und wachsen. Wir schauen darauf, dass die Kinder sobald als möglich zur Mama oder zum Papa erauskommen. „Känguruen“ nennt man das, (Hautkontakt kriegen) und das hängt wieder davon ab, wie krank oder wie klein das Kind ist und da ist oft die Geduld gefragt. Was die Eltern von Anfang an, bei allen Kindern machen können, ist, mit der Hand in den Inkubator oder ins Bett zu greifen, zu berühren, mit ihnen zu reden, etwas vorzulesen oder etwas vorzusingen.“

„Sobald die Kinder es vom Krankheitsbild her tolerieren, werden die Eltern eingebunden in die Pflege. Wickeln, Eincremen, Nahrungsgabe, wenn es möglich ist. Eltern werden eingelernt beim Sondieren und sollen die Mundpflege machen. Also wir schauen darauf, die Eltern sobald als möglich einzubinden. Dabei ist mir aber klar, dass es für uns oft eh schon sehr schnell geht und für die Eltern jeder Tag lang ist, der gewartet werden muss, damit sie endlich einmal richtig etwas an ihrem Kind machen dürfen.“

Auch das Stillen wird unterstützt.

„Auch frühgeborene Kinder können gestillt werden, sobald man sie herausnehmen kann. Es muss mit dem Arzt abgesprochen werden, ob die Kinder aus dem Inkubator heraus dürfen. Ob sie die Temperatur heraußen halten können und dann kommen sie so schnell es geht zum Busen, soweit die Mama das will. Intubierte Kinder kann man nicht stillen, weil sie nicht schlucken können durch den Tubus.“

Die vielen Schläuche und Geräte können Eltern richtig Angst machen. Gerade wenn man das Kind herausnehmen darf, kommen Ängste zum Vorschein. Eltern fürchten sich davor, bei den Schläuchen etwas falsch zu machen oder das Kind zu verletzen.

Frau Reindl kann die Eltern dahingehend beruhigen.

„Zum einen steht immer eine Schwester neben den Eltern, die einen unterstützt und meistens ist es so, dass wir die Kinder herausnehmen, herauslegen, dass die Mama bequem auf ihrem Stuhl sitzt. Eben auch wegen der vielen Schläuche, dass da nichts passiert. Wenn die Kinder länger da sind, wird die Mama auch da eingelernt. Bei welchem Schlauch es nichts macht, wenn der mal abknickt und auf welchen man besonders schauen muss. Ich versuche von Anfang an den Eltern zu erklären, für was welcher Schlauch wo hängt, damit sie auch ein bisschen den Schrecken davor verlieren.“

Frau Reindl lässt uns auch wissen, was die schönen Momente auf der Säuglingsintensivstation sind, die sie auf keinen Fall missen möchte.

„Natürlich sind ganz besonders schöne Erlebnisse immer dann, wenn es kleine Fortschritte gibt, wenn sich Kinder erholen, wenn es ihnen besser geht, wenn sie verlegungsfähig sind und jedes Kind ist für sich besonders, jedes ist einzigartig. Man glaubt immer, dass man von den Kindern nicht viel zurückbekommt, aber die haben ein ganz besonderes Strahlen in den Augen, wenn sie die Augen aufmachen. Alleine schon, wenn ein Kind schreit und du legst die Hand hinein und es hört auf zu schreien, dann ist das ein schönes Erlebnis. Oder strahlende Mutteraugen, wenn ein kleines Frühgeborenes zum ersten Mal zur Mama herausgelegt wird und die Mutter einen „niederstrahlt“ vorlauter Gaudi. Oder einem Kind geht plötzlich der Knopf auf und es trinkt die ganze Flasche leer, das wird dann meistens mit einem Herzerl umrandet in der Kurve, damit es ja jeder sieht. Wenn Frühgeburten, die noch nie die Augen geöffnet haben, plötzlich drinnen liegen und einen ansehen mit großen Glupschaugen, das sind kleine Sachen die schön sind und gleichzeitig sind es aber großartige Dinge.“

Wenn es die Zeit zulässt werden Fotos und Fußabdrücke von den kleinen Zwergerln gemacht.

„Das ist da, um eine Beziehung zu den Eltern aufzubauen, weil meistens ist es ja so, dass Kinder die bei uns landen ja nicht gerade die glückliche und problemlose Geburt hinter sich haben und somit geht es auch meistens den Müttern nicht wirklich gut. Da gibt es Mamas, die zwei Tage lang nicht kommen können, weil sie einfach nicht fit genug sind und wir denken uns einfach, dass es unterstützend für die Mama sein kann, wenn dann „Post von ihrem Kind kommt. Wenn mit der Rohrpost ein Foto kommt und ein Fußabdruck und ein paar Zeilen dabei zB „Verdaue meine Nahrung“. Dass die Mutter auch einen Bezug zum Kind bekommt, denn ich stelle es mir ganz schwierig vor, wenn man ein Kind im Bauch hat und plötzlich ist es weg.“

Mein Sohn hat auf der Intensivstation Kosenamen erhalten, was ich als sehr berührend und positiv empfunden haben, da ich wusste, dass mein Sohn in guten Händen ist.

„Kosenamen entstehen oft im Team. Kinder die zB so zu früh kommen, wo Eltern noch gar nicht wissen, wie sie heißen, dann lässt man sich halt was einfallen, um das Kind irgendwie zu benennen Generell denke ich mir, dass es eher was ist, mit dem man vorsichtig umgehen sollte, weil es nicht unsere Kinder sind.

Selbstverständlich haben wir eine Beziehung zum Kind, aber wir sollten achtsam damit umgehen. Sich immer bewusst sein, dass man das Geschenk hat, diese Kinder zu betreuen und zu den Kindern gehören die Eltern. Und gerade bei Langzeitkindern sehe ich das oft schon schwierig, mit der Eifersucht der Eltern umzugehen. Denn wenn ich als Elternteil nur neben dem Inkubator sitzen darf, während die Schwester mein Kind angreift und mehr Stunden mit dem Kind verbringen kann, als ich selbst, ist es schon schwierig und das darf man auch nicht unterschätzen. Wenn ich dann auch noch Kosenamen für das Kind habe, mach ich es vielleicht für die Mama noch schwieriger.“

Also nicht nur das Wohl der Kinder sondern auch das der Eltern liegt Birgit Reindl sehr am Herzen.
Säuglingsintensivschwester Beruf oder Berufung?

Interview mit einer Psychologin der Säuglingsintensivstation:


Die Zeit auf der Säuglingsintensivstation stellt oft eine große Herausforderung für die betroffenen Eltern dar. All jene Dinge, die von Eltern gesunder Babys als selbstverständlich betrachtet werden, bleiben Eltern von Intensivkindern meist verwährt.

Stillen, Wickeln oder Kuscheleinheiten sind nicht selbstverständlich. Mütter und Väter kommen sich oft überflüssig vor und kämpfen mit dem Gefühl nicht genügend eingebunden zu werden. Wenn Schwestern die Aufgaben der Mütter übernehmen, so ist dies jedoch keine Schikane, sondern ein für das Kind überlebenswichtiges Vorgehen.


Welche Aufgaben können Eltern übernehmen? Diese Frage hat uns Julia Aichbauer, eine Psychologin der Säuglingsintensivstation beantwortet.

„In der ersten Linie hängt es immer vom Gesundheitszustand des Kindes ab. Je früher bzw. je kranker das Kind zur Welt kommt, desto weniger ist oft möglich. Gerade ein intubiertes Kind ist einfach sehr berührungsempfindlicht. Ich denke das hat weniger mit der Struktur oder mit dem Willen zu tun, dass man sagt, wir mögen das nicht, sondern der Gesundheitszustand ist eher das Hinderliche.“

„Im Prinzip wird versucht, sobald wie möglich, die Eltern in die Pflege einzubinden. Gerade bei den Frühchen sind manche Dinge nicht möglich, weil die Kinder einfach so berührungsempfindlich sind, dass eine geschultere Person einfach das Kompetentere ist. Was logischerweise für die Eltern sehr schwierig ist. Mütter die schnell einmal das Gefühl bekommen, ich als Mama darf nicht oder kann nicht.“

Oft sind Mütter auch erleichtert, dass die Pflege von einer geschulten Person übernommen wird, zu groß ist die Angst bei einem Frühchen etwas falsch zu machen.
Das Ziel ist primär schon Schritt für Schritt das selber machen“, erklärt die Psychologin.

Bei so vielen Babys, die eine intensive Betreuung benötigen, ist ein strukturierter Tagesablauf nicht wegzudenken.
Visiten und Besprechungen sind genau festgelegt.

„Das hat mit der Struktur zu tun. Erwünscht sind die Eltern so ab elf. Da ist dann die große Visite vorbei. Von elf bis halb vier und dann erst am späteren Abend wieder. Um 19 Uhr ist Dienstübergabe, da ist es dann auch nicht möglich. Um 9 Uhr ist Visite, es gibt unterschiedliche Pflegerunden; sechs bis acht Mal am Tag die Mahlzeiten; Fiebermessen über den Tag verteilt. Notfälle und neue Kinder bestimmen den Tagesablauf. Das ist dann auch oft ein Punkt, wo man Eltern hinausschicken muss. Primär muss die intensivmedizinische Versorgung da sein.
So dass man sagen könnte rund um die Uhr, ist es sicher nicht der Fall. Garantieren, dass die Eltern immer beim Kind sind, kann man nicht“,
erklärt Frau Aichbauer.

Man wird aber alles daran setzen, den Eltern so gut wie möglich den Besuch zu ermöglichen. Ich kann selbst aus Erfahrung berichten, dass auf konkreten Wunsch auch die Besuchszeiten ausgedehnt werden können. Kommen Neuankömmlinge, so geht die Gesundheit des Kindes natürlich vor und Besucher würden nur den Weg versperren. Im Vordergrund steht stets das Wohl des Kindes, aber auch die Bedürfnisse der Eltern werden nicht aus den Augen verloren.

Auf die Rechte der Eltern wird auch dahingehend viel Wert gelegt, dass zuerst die Eltern zum Kind gebracht werden und nicht weitere Verwandte. Sollte die Mutter jedoch den Wunsch äußern, dass eine weitere Person zB Oma zum Kind soll, da es der Mutter durch den Kaiserschnitt selbst nicht möglich ist, dann kann von dieser Regelung auch Abstand genommen werden.

„Prinzipiell ist es so, bevor die Eltern nicht beim Kind waren, dass sonst niemand hinein darf. Es geht primär darum, dass die Eltern die ersten sind, die das Kind sehen. Nicht dass schon die ganze Verwandtschaft dort war, bevor die Mama dort war“, erläutert die Psychologin.

Hauptsächlich werden auf der Säuglingsintensivstation Frühgeborene behandelt, aber es gibt auch andere Gründe weshalb ein Baby auf die Intensivstation gelegt wird, erklärt Frau Aichbauer: „Vor allem liegen Frühgeborene dort, aber auch Neugeborene, die schwer krank auf die Welt kommen. Fehlbildungen oder auch nach komplizierten Geburtsverläufen, dass die Kinder zB keinen Sauerstoff bekommen, einfach wo intensivmedizinische Maßnahmen notwendig sind“.

Der größte Wunsch der Eltern ist gewiss, ein gesundes Baby möglichst schnell mit nach Hause nehmen zu können. Als grober Richtwert ist der errechnete Geburtstermin anzusehen, wenn es zu keinen gröberen Komplikationen kommt.

„Kinder kommen mit demselben Alter mit unterschiedlichem Gewicht zur Welt. Oder sind auch schon reifer, auch wenn sie kleiner sind. Es ist für die Eltern oft schwierig, wenn man ihnen nicht sagen kann, wann die Kinder nach Hause kommen“, so Julia Aichbauer.

Nicht nur die Hoffnung das Kind endlich mit nach Hause zu bekommen, beschäftigt viele Eltern. Ängste, Verzweiflung und Erschöpfung sind oft die täglichen Wegbegleiter. Die PsychologInnen der Säuglingsintensivstation nehmen Kontakt zu den Eltern auf um Ihnen die Möglichkeit zu geben, Hilfe in Anspruch zu nehmen.


„Es ist für die Mama meist etwas sehr Belastendes. Wobei auch die Leute unterschiedlich damit klar kommen.
Es wird auch unterschiedlich in Anspruch genommen. Meistens stelle ich mich vor und sehe dann die Eltern auf der Station wieder bei ihren Kindern. Es ist eher selten, dass Eltern gesondert einen Termin wahrnehmen. Ich denke es ist meistens einfach sehr anstrengend, das zu händeln, beim Kind zu sein, den Haushalt noch zu führen, wenn vielleicht auch schon andere Kinder da sind. Ich denke, die Frauen sind einfach sehr beansprucht und es ist erstaunlich was die Eltern schaffen“.


Doch von wem geht diese Betreuung aus?

„Ich gehöre zur Station. Einmal die Woche gibt es eine psychosoziale Besprechung, wo die Schwestern, die für die Kinder zuständig sind, der stationsführende Oberarzt, gemeinsam mit mir und einer Sozialarbeiterin einfach kurz besprechen, wie geht es dem Kind. Wie geht es den Eltern, gibt es irgendwelche Probleme, oft sind es auch sozialarbeiterische Dinge. Nachbetreuung wird sehr wenig in Anspruch genommen. Viele sind dann, denke ich, so froh, dass endlich alles vorbei ist, dass es kaum in Anspruch genommen wird. Aber die Möglichkeit gäbe es auf jeden Fall“.

Wird eine längerfristige Hilfestellung gewünscht, so können die PsychologInnen der Säuglingsintensiv auch helfen, den geeigneten Betreuungsplatz zu finden.
Oft kursieren auch die Horrormärchen, dass Babys in andere Bundesländer verlegt werden. Diesbezüglich kann uns Frau Aichbauer beruhigen.


Rosenheim ist das nächstliegendste Krankenhaus mit ähnlicher Ausstattung. Wobei es eher unwahrscheinlich ist, dass ein Kind von Intensivstation zu Intensivstation transferiert wird“.

Sollte aus Platzmangel eine Überstellung absolut nötig sein, so haben die Eltern immer die Möglichkeit bei ihrem Kind zu bleiben.

Noch einmal zurück zur Betreuung der Babys. Eigens ausgebildete Säuglingsintensivschwestern kümmern sich liebevoll um die kleinen PatientInnen. Für jedes Kind ist eine Schwester zuständig. Als mein Sohn auf der Intensivstation lag, war ich überrascht über die liebevolle und einfühlsame Betreuung von den Schwestern. Mein Sohn erhielt einen netten Kosenamen, er wurde umsorgt und dermaßen liebevoll behandelt, dass ich ihm zu diesem Zeitpunkt sicher nicht mehr Zuwendung und Liebe geben hätte können. Ließ es die Zeit der Schwestern zu, wurden Fotos, Fußabdrücke und nette Kärtchen für die Eltern gebastelt.

Auch die Möglichkeit mein Kind zu stillen, wurde mir Tag und Nacht ermöglicht.

„Bei Frühgeborenen ist erwiesenermaßen das Beste die Muttermilch. Es ist sicher auch von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich. Prinzipiell wird das Stillen sehr unterstützt. Es wird aber auch niemand gedrängt, der nicht möchte“, erklärt mit mir Frau Aichbauer.

Auf den Wunsch der Eltern wird auch beim Stillen geachtet, solange es der Gesundheitszustand des Kindes zulässt.
Auch wenn die Zeit der Intensivstation für Eltern oft eine große psychische Herausforderung darstellt, ist es gut zu wissen, dass der Nachwuchs in jeder Hinsicht in guten Händen ist. Gute Medizinische Betreuung und liebevolle Pflege sind auf der Säuglingsintensivstation sichergestellt.

Interview mit einem Frauenarzt

Schon während einer Schwangerschaft tauchen oft viele Fragen auf, die man beantwortet wissen will. Wie bemerke ich eine Frühgeburt oder auf was sollte ich achten? Der Innsbrucker Frauenarzt Dr. Harald Kirchler hat sich die Zeit genommen, einige Fragen zu Thema „Schwangerschaft“ und auch „Frühgeburt“ zu beantworten.


Ab wann spricht man von einer Frühgeburt?

Prinzipiell gibt es eine unendliche Unklarheit in der Zwischenzeit die Definitionen betreffend. Frühgeburt ab wann, Spätabort ab wann. Normalgeburt ab wann. Es gibt nur mehr fließende Grenzen. Das Einzige was halbwegs noch hält, ist das Ende der Zeit wo man von Frühgeburt spricht. Das ist an und für sich in der 36. Schwangerschaftswoche. In den allermeisten Fällen wird man ab der 36. Schwangerschaftswoche – laut Definition – nie von einer Frühgeburt sprechen. Die früher klassische Trennung zwischen Spätabort und Frühgeburt lag einmal in der 28. Schwangerschaftswoche, dann in der 26. Schwangerschaftswoche. Heutzutage verschiebt sich das immer weiter nach unten. Es gibt jetzt schon Grenzen, wo man früher nicht einmal zu hoffen gewagt hat, ein Kind gesund aufzubringen.


Wie macht sich eine Frühgeburt bemerkbar?

Das ist ganz schwierig zu beantworten. Es gibt natürlich Frühgeburtlichkeiten, die sich ankündigen und es gibt leider auch Frühgeburten ohne Ankündigung. Bei der klassischen Frühgeburt passiert nichts anderes, als dass eine normale Geburt beginnt. Dass sich der Verschlussapparat der Gebärmutter öffnet. Und dann kann man sagen, es gibt eine stille Öffnung des Verschlussapparates – des Gebärmutterhalses – welche wahrscheinlich, wie der Name schon andeutet, ohne erkennbare Vorveränderung aus dem Nichts heraus stattfindet. Öfters verstecken sich aber dahinter organische Fehlbildungen der Gebärmutter der Frau. Also im Vorfeld könnte man sich vielleicht schon ein bisschen informieren, hat eine Frau eine spezielle Gebärmutterformvariante. Ist dies der Fall, werde ich die Frau natürlich anders betreuen, kontrollieren, als wenn alles ganz unauffällig wäre. Aber im Einzelfall gibt es aber leider auch, dass man völlig überrascht wird. Selbstverständlich gibt es die vorangekündigten Frühgeburten oder Spätabortlichkeiten. Da gehören organische Veränderungen dazu und die entzündliche Komponente. Es gibt sicher Schwangerschaften, welche problematisch beginnen, Es gibt zB Blutungen. Der Großteil dieser Probleme löst sich zwar üblicherweise in Wohlgefallen auf, aber klarerweise können solche Dinge auch einmal weiter ins Negative laufen. Aus einer blutenden Frühschwangerschaft kann sich ein Bluterguss ergeben, welcher bestehen bleibt und möglicherweise zu Ablösungen von Eihäuten führt.


Was gibt es für Infektionen?

Selbstverständlich gibt es immer wiederkehrende Infektionen im Scheidenbereich, welche sich wenn es Problemkeime betrifft, oder wenn es eine gewisse Intensität der Bekeimung bedeutet, doch einen aufsteigenden Infekt ergeben. Infektionen, welche sich dann in Richtung Schwäche – Schwächung – des Verschlusses auswirken. Das Loslassen der Schwangerschaft kann dann auch ein Heilungsversuch der Natur sein, bevor eine massive Blutvergiftung oder Gesamtinfektion des mütterlichen Körpers stattfindet.


Ist der Scheidensekrettest sinnvoll?

Vom Prinzip her ist es sicherlich nicht unsinnig, aber selbstverständlich werden dadurch bei vielen Frauen wieder Ängste geweckt. Aber vom Prinzip her ist die Beurteilung des Scheidensekretes nicht unsinnig, sondern natürlich auch hilfreich. Prinzipiell ja, aber mit Maß und Ziel.


Was kann ich machen, wenn eine Frühgeburt naht?

Prinzipiell ist es das Ziel, alles daran zu setzen, dass es zu keiner Frühgeburt und zu keiner frühen Frühgeburt kommt. Wenn es denn Tendenzen gibt, dass sich etwas zusammenbraut, dann ist natürlich jeder Tag der gewonnen werden kann, unendlich viel wert. Und da gibt es sicher auch gewisse Möglichkeiten. Prinzipiell man kann medikamentös die kindliche Lunge, welche bei einer Frühgeburt ein großes Problem darstellt, vorreifen, dh versuchen reifer zu bekommen.

Im Extremfall ist strenge körperliche Schonung bis hin zur eventuellen Bettlägrigkeit anzuordnen. Im Einzelfall, heutzutage macht man es weniger oft, früher war es eine Standardoperation, kann man auch den Gebärmutterhals zubinden, operativ verschließen. Die Wehentätigkeit kann man natürlich deshalb nicht abstellen.

Es gibt in der Zwischenzeit einige medikamentöse Methoden, mit denen man versucht Wehen zu verhindern oder zu bremsen. Wenn man sie frühzeitig erkennt, können sie auch zur Ruhe gebracht werden.



Haben diese Medikamente Auswirkungen auf das Kind?

Kurzfristig vielleicht, im Einzelfall. Aber nicht in die Richtung, dass man sagen könnte, das Kind trägt irgendeinen Schaden davon.


Was sind typische Risikofaktoren?

Situationen wie die sogenannte „Mehrlingsschwangerschaft. ZB Bei einer künstlichen Befruchtung und in der Erstschwangerschaft wird dann der Gebärmutter zuviel zugemutet. Die Gebärmutter ist vielleicht auch oft zu alt.

Risikofaktoren sind auch organische Veränderungen der Gebärmutter zB nach Operationen am Gebärmutterhals. Eine höhere Infektbereitschaft, wenn vorherige Operationen am Gebärmutterhals gewisse Lücken zulassen. Das sind vorab leichter erkennbare Risikofaktoren.



Sind ganz junge Mütter mehr gefährdet?

Es gibt vielleicht Statistiken, die das nahe legen und erahnen lassen. Ob dann aber zusätzlich eher wieder die soziale Schicht eine gewisse Mitrolle spielt, in Richtung eher mehr Infekte, keine Zeit zum Aufpassen, zu wenig soziale Absicherung, das getraue ich mich selber gar nicht zu beantworten.

Prinzipiell ist es richtig, wenn es ganz ins Extreme geht, dass es Hinweise gibt, dass die Ganzganzjungen tendenziell eher Probleme haben, aber nicht nur in Richtung Frühgeburtlichkeit, sondern auch in Richtung anderer Schwangerschaftskomplikationen. Die reine Jugend ist meiner Meinung nach kein klassischer Risikofaktor. Wenn das ganze Management rundherum intakt ist.



Ist die Gefahr größer, wenn ich schon eine Frühgeburt hatte?

Ja. Den Zusammenhang kann man durchaus als Leitlinie nehmen. Frauen die bereits einmal frühgeboren haben, sind sicher kritischer zu betrachten und schärfer zu kontrollieren.


Was raten Sie Schwangeren?

Den Spaß nie verlieren. Jede normale gesunde Schwangere soll ja nicht in die Situation kommen, sich plötzlich krank zu fühlen. Man kann sich klarerweise ab irgendeinem Zeitpunkt auch selbst verrückt machen und die Freude an dieser Zeit verlieren. Schwangerschaft soll ja von vornherein keine Krankheit sein.

Ist Sport während der Schwangerschaft erlaubt?

Nicht an die Grenze gehen. Bitte die sogenannten Großmüttersprüche beachten: „Kind ich sags dir: Nicht zu heiß, nicht zu schnell, nicht zu kalt, nicht zu hoch, nicht zu wild, nicht zu lang!“ Immer nach dem Bauchgefühl handeln.

Prinzipiell sind natürlich Dinge schlecht, die „stop and go“ sind, Volleyball, Tennis, Badminton.

Radfahren und Schwimmen sind ideal, sie nehmen das Gewicht. Dies gilt alles für den gesunden Schnitt.



Muss ich auf Geschlechtsverkehr verzichten?

Der eigene Bauch sollte dies entscheiden, wenn alles normal verläuft. Es gibt keinerlei Grund, sich irgendwelche Sorgen oder Gedanken zu machen. Gewisse Dinge sind nicht mehr willkommen. Es sind wahrscheinlich sehr viele unterbewusste Ängste verknüpft, welche gewisse Dinge eh schon minimieren oder ausschließen. Wenn alles passt gibt es kein Limit.

Interview mit einer Ärztin der Mutter-Eltern-Beratungsstelle


Viele Eltern suchen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, wöchentlich oder bei Bedarf die Mutterberatungsstelle auf. Dort können die Kinder gewogen und abgemessen werden. Gerade Eltern von Intensivkindern nutzen die Mutterberatungsstelle gerne, um zu kontrollieren, ob das Kind ausreichend an Gewicht zugelegt hat. Frau Dr. Schwaighofer, eine Ärztin der Mutterberatungsstelle, die schon seit zwanzig Jahren Eltern mit Rat zur Seite steht, hat sich bereiterklärt einige Fragen zu beantworten.

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Babywaage



Was sind die Aufgaben in einer Mutterberatungsstelle?

Frau Dr. Schwaighofer:

Richtig ist Mutter-Eltern-Beratung.
Eltern kommen zur Beratung bezüglich der Entwicklung und Ernährung des Kindes oder zur Beratung bei banalen Infekten. Fragen ob ein Arzt aufgesucht werden muss. Schlafprobleme, Schlafrhythmus, Probleme die allgemeine Lebenssituation betreffend oder Fernsehgewohnheiten der Kinder, sind auch Themen, die mit uns besprochen werden. Es tauchen auch Fragen auf, wie zB „Wie verbringe ich den Tag mit meinem Kind“. Verdauungsprobleme, Verstopfung, Stuhlprobleme sind auch ein ganz wichtiges Thema.

Die Frage nach dem Tragetuch wird immer öfter gestellt. Wie binde ich das Tuch oder wie lange verwende ich es?

Lauflernhilfen und Wippen werden nicht empfohlen, da sie für die Entwicklung des Kindes schlecht sind, weil die Kinder nicht mehr krabbeln oder erst viel später krabbeln lernen. Der Hauptplatz für das Baby ist die Decke am Boden, so kann es seine Umgebung erarbeiten.

Ob die Entwicklung im Normbereich liegt, ist auch eine sehr häufige Frage der Eltern. Oft sind es Kleinigkeiten, bei denen wir weiter helfen.

Welcher Schnuller ist am geeignetsten?
Wir empfehlen Mollis Flaschen und Beruhigungssauger von MAM oder CHICCO. Kautschuk-Sauger sollten dem Latex oder Silikon Sauger vorgezogen werden. Schnuller sollten aber immer gezielt eingesetzt werden, wie ein Medikament; und nicht zur Gewohnheit werden lassen. Lebensumstände oder Wohnprobleme wie zB „Wie lange soll ich das Kinderzimmer lüften“, sind auch Themen der Mutter-Eltern-Beratung. In erster Linie machen wir Präventionsarbeit.



Wer arbeitet in der Mutter- Eltern-Beratungsstelle?

Frau Dr. Schwaighofer:

Entweder arbeitet eine Ärztin und eine Kinderkrankenschwester oder eine Ärztin mit einer Hebamme zusammen. Am Land werden auch gerne Sozialarbeiter eingesetzt.



Was raten Sie Eltern wenn das Kind ein schlechter Esser ist?

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Suppenkasper

Frau Dr. Schwaighofer:

Einmal am Tag sollte Obst und einmal Gemüse (Kartoffel zählt zum Gemüse) mit ein bisschen Fleisch gegessen werden.
Wichtig ist das Bewusstsein für Süßes. Verdünnungssäfte nehmen den Appetit. Das Kind sollte Wasser oder Tee zu sich nehmen. Bis zum Kindergartenalter hat man es als Elternteil noch gut in der Hand wie viel Süßes ein Kind zu sich nimmt. Dann wird es schon schwieriger, weil das Kind beginnt nach Süßem zu verlangen.
Süßes sollte auf jeden Fall eine Ausnahme darstellen.

Der Tag soll immer Säulen haben. Das heißt, das Kind braucht einen fixen Tagesablauf auf den es sich verlassen kann. Das gilt fürs Essen, Schlafen usw.

2er und 3er Nahrung wird überhaupt nicht mehr empfohlen, wegen dem hohen Zuckergehalt. Die Kinder werden davon nur dick. Die 1 er Nahrung ist empfehlenswert und genügt auch.

Das Kind soll zwischen drei und vier Uhr nicht mehr schlafen gelegt werden, lieber früher am Abend ins Bett bringen.

Ab dem 1. Geburtstag kann das Kind alles essen - aufgeteilt auf fünf Mahlzeiten pro Tag; ein Frühstück, eine Vormittagsjause, Mittagessen, Nachmittagsjause und Abendessen. Die Kinder können alles mitessen was die Erwachsenen essen. Wichtig dabei ist, auf das Obst und Gemüse nicht zu vergessen.



Was kann ich tun wenn mein Kind nicht schläft?

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Babywiege

Frau Dr. Schwaighofer:

Die Mehrzahl der Kinder schläft nicht durch. Das Kind sollte einen eigenen Bereich für sich haben, aber in der Nähe der Eltern schlafen. Der Geruch der Mama in der Nähe wirkt beruhigend (zB ein Leintuch oder Kuscheltier das nach der Mama riecht mit ins Bettchen legen). Ob ein Kind gut schläft, hängt auch vom regelmäßigen Tagesablauf ab. Frische Luft; Ernährung und Stress; können den Schlaf beeinflussen. Vor dem zweiten Lebensjahr sollte ein Kind auf keinen Fall vor dem Fernseher sitzen und auch nicht passiv konsumieren, da es die Bildabfolge nicht verarbeiten kann. Ich rate den Eltern auch, das Kind soll zwischen drei und vier Uhr nachmittags nicht mehr schlafen gelegt werden, lieber früher am Abend ins Bett bringen. Ist das Kind nämlich um vier noch in einer Tiefschlafphase wird es die Nicht weniger lange schlafen.

Das Buch Auf die Welt gekommen kann ich sehr empfehlen. Das Buch geht davon aus, dass auch das Geburtserlebnis für den Schlaf des Kindes eine Rolle spielt. Gerade Schreibabys haben oft das Geburtserlebnis noch nicht verarbeitet. Oft ist es auch so, dass Eltern in guter Absicht zu viel mit dem Kind unternehmen und das Kind damit überfordern.
Das Kind braucht im ersten Jahr lediglich die Eltern ganz dringend.

Ein Grund, warum Kinder nicht schlafen, sind auch manchmal Bauchschmerzen.
Die Mutter sollte max. 1 bis 2 Tassen Fencheltee und Stilltee pro Tag zu sich nehmen, da das Kind sonst Bauchschmerzen bekommen kann.
Erklären sie auch dem Baby schon bestimmte Sachen, dass es zB an Beziehungsproblemen nicht Schuld ist. Oder wenn ein Tag stressig ist, erklären sie ihm wieso.
Erst, wenn ich mir in der Mutter-Eltern-Beratung den Tagesablauf der Familie erzählen lasse; finde ich heraus, warum das Kind nicht schläft.
Wichtig ist immer, dass man viel Geduld mit den Kindern hat, und Mütter nachts nicht mitzählen wie oft sie aufstehen müssen, da dies wieder stresst.

Auf keinen Fall soll vergessen werden auch die Väter miteinzubeziehen.



Wie viel Stunden schläft ein Kind?

Frau Dr. Schwaighofer:

Im Alter von 1 bis 3 Monaten schlafen Kinder ca. 16 ½ Stunden mit 1 ½ Stunden Wach- und Schlafphasen.
Von 4 – 6 Monate: ca. 14 ½ Stunden. Die Wachphasen werden länger
Von 7 – 12 Monate: ca. 14 ½ Stunden und 2 x am Tag einen Pausenschlaf
Ab einem Jahr nimmt die Schlafenszeit ab. Es sind dann ca.12 Stunden und wird immer kürzer. Die Schlaflänge kann hier aber stark variieren.



Muss ich die Zähne des Kindes von Anfang an putzen?

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Zahnbürste für die Kleinen

Frau Dr. Schwaighofer:

Ja! Am besten eignen sich anfangs die Fingerlinge die es zu kaufen gibt. Wichtig ist auch, dass das Kind sieht, dass die Eltern auch die Zähne putzen. Ein Kind braucht auch klare Regeln und Grenzen, und Zähne putzen ist eine dieser wichtigen Regeln, die zum Tagesablauf gehören.

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