Nachbetreuung
Elternberatung in der Neonatologie von Claudia Christ-Steckhan erschienen im Reinhardt Verlag:
Geschwisterkinder
Jedes neue Familienmitglied verändert die Familie und stellt eine Herausforderung für die Geschwister dar. Viele Eltern sind verunsichert, wie die Geschwisterkinder mit diesem besonderen Baby umgehen. Sie hatten Vorstellungen von einem fröhlichen Familienleben, die Familie sollte vollständig werden. Jetzt sind sie unsicher, ob und wie sie die Nachricht von der Behinderung den Geschwistern erklären sollen. Auch hier ist es sinnvoll, die Kinder so früh wie möglich mit einzubeziehen. Die Kinder spüren die Trauer und Nöte der Eltern. Wenn diese ausgesprochen werden, sind sie für die Kinder weniger bedrohlich und werden konkret. Die Eltern sollten den Kindern so viele Informationen geben, wie sie haben möchten. Den kleineren Geschwistern reicht eventuell die Information, dass das Baby mehr Zeit braucht und langsamer lernt. Die Eltern sollten die Geschwisterkinder so selbstverständlich und unvoreingenommen einbeziehen wie möglich. Auch hier kann man mit der Unbefangenheit der Kinder im Umgang mit ihrem besonderen Geschwisterkind rechnen. Kinder sind meist offen und frei von Vorurteilen, sodass sie ganz entspannt das neue Baby annehmen können. Dazu gehört aber genauso, dass sie ihre Eifersucht äußern dürfen. Auch sie brauchen jetzt viel Zeit, Zuwendung und Anerkennung. Eine gute Möglichkeit ist, wenn die Oma, der Patenonkel oder eine andere vertraute Person der Kinder sich jetzt besonders um sie kümmert und ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung steht. Die Behinderung wird das Leben einer Familie verändern. Wir können die Behinderung eines Kindes nicht teilen oder ungeschehen machen. Aber wir können die Bedingungen unter denen Eltern von dieser Krise betroffen werden, verändern.
jeeny - 6. Feb, 10:41
Frühgeburt als Herausforderung von Klaus Sarimski erschienen im Hogrefe Verlag für Psychologie
Exzessives Schreien bei gesunden und frühgeborenen Säuglingen
Schreien, Weinen, Nörgeln oder Quengeln sind normale Phänomene der kindlichen Entwicklung die adaptive Ausdrucksmittel des Säuglings, um Hunger, Durst, Schmerz oder das Bedürfnis nach Kontakt auszudrücken. Das zeitliche Muster des täglichen Schreiens verändert sich im Laufe des ersten Lebensjahres. Während es sich in den ersten drei Monaten auf die Nachmittags- und Abendstunden konzentriert, verteilt es sich später gleichmäßig auf die Wachzeiten. Dauer und Häufigkeit sind jedoch individuell sehr unterschiedlich. Epidemiologische Daten ergaben, dass sich jede achte Mutter in den ersten fünf Monaten durch das Schreien ihres Babys hoch belastet fühlt. Exzessives Schreien als klinisches Problem ist definiert nach der sogenannten Dreier-Regel: „Anfälle von Schreien, Irrigierbarkeit oder Nörgeln, die länger als drei Stunden am Tag dauern, an mehr als drei Tagen in der Woche auftreten und seit mehr als drei Wochen angedauert haben.“ Lange Zeit wurden Verdauungsprobleme „Koliken“ als Ursache exzessiven Schreiens im Säuglingsalter angenommen. Forschungsarbeiten haben jedoch bei den meisten Kindern mit exzessiven Schreien weder gastrointestinale Störungen noch einen Reflux oder eine Nahrungsmittel- oder Milchunverträglichkeit nachweisen können, die die Probleme der Kinder erklärten. Andere Untersucher gingen von der Vermutung aus, exzessives Schreien sei Ausdruck und Folge ungünstigen elterlichen Beziehungs- und Interaktionsverhaltens. Auch für die Ursachenhypothese finden sich keine überzeugenden Belege. So tritt das exzessive Schreien zB nicht häufiger bei erstgeborenen Kindern als bei später geborenen Kindern auf, wie zu vermuten wäre, wenn die Unsicherheit der Eltern eine entscheidende Rolle spielte. Da die Babys viel schreien und quengeln verbringen sie lediglich mehr Zeit mit dem Versuch, das Baby zu beruhigen und zu trösten, tragen es herum oder versuchen es abzulenken, wenn es weint. Sie bemühen sich, auf die Bedürfnisse des Babys liebevoll einzugehen, empfinden das Kind jedoch schwieriger in seinem Temperament und fühlen sich entsprechend erschöpft. Unterschiede in der mütterlichen Responsivität sind jedoch für den weiteren Verlauf von Bedeutung. Ein Teil der Kinder entwickelt sich sehr positiv. Es handelt sich dabei vorwiegend um Kinder, bei denen die Mütter sich sehr um Zuwendung und Halt für das Baby bemüht hatten. Wenn die Mütter in den ersten Monaten weniger auf die Spielinteressen und Signale des Kindes eingingen, fanden sich im zweiten Lebensjahr häufiger schwierige und ablehnende Verhaltensformen bei den Kindern. Es fanden sich zudem Zusammenhänge zur Entwicklung des Schlafverhaltens. Diejenigen Kinder schliefen häufiger durch, deren Mütter auf die Bedürfnisse des Kindes im Spiel eingingen, dabei jedoch eine gewisse Struktur im Tagesablauf vorgaben und dem Kind auch zumuteten, für einige Minuten allein zu bleiben, wenn es schrie. ….
Frühkindliche Ein- und Durchschlafprobleme:
Exzessives Schreien und Schlafstörungen treten in vielen Fällen gemeinsam oder zeitlich nacheinander auf. Über zwei Drittel der Kinder, die in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres mit Schlafstörungen vorgestellt werden, werden von ihren Eltern retrospektiv als sehr irritierbar Babys geschildert. … Die Gesamtschlafdauer reduziert sich im Laufe der ersten drei Lebensjahre von 14 bis 16 Stunden auf 11 bis 12 Stunden. Die Schlafperioden am Tag nehmen ab. Die nächtliche Schlafdauer einjähriger Kinder variiert von 11 bis über 14 Stunden, ist aber beim einzelnen Kind ziemlich konstant. Videoanalysen mit Infrarotkameras zeigten, dass alle Säuglinge und Kleinkinder mehrmals aufwachen. Kinder mit Schlafstörungen unterscheiden sich aber in ihrem Verhalten im Moment des Aufwachens von denen, die in den Augen der Eltern gut durchschlafen. Sie rufen nach den Eltern oder schreien, während es jenen gelingt sich selbst zu beruhigen und in den Schlaf zurückzufinden. Ob aus dem nächtlichen Aufwachen zwischen einzelnen Schlafphasen eine Durchschlafstörung wird, scheint von den Erfahrungen abzuhängen, die Kinder beim Einschlafen machen. So entwickeln Kinder häufiger Schlafprobleme, wenn sie länger gestillt oder nachts gefüttert werden, auf dem Arm oder in Anwesenheit der Eltern einzuschlafen gewohnt sind oder im Elternbett schlafen.
jeeny - 6. Feb, 10:37
Die Matratze auf der das Baby schläft, sollte max. 10 Zentimeter hoch sein schadstoffarm und nicht zu weich sein. Der Rand sollte abgedeckt sein, damit sich das Kind nicht mit den Füssen bei den Gitterstäben einklemmen kann. Spielzeug sollte aus dem Bett entfernt werden, da es zu Verletzungen kommen kann bzw. eine Erstickungsgefahr besteht. Latexschnuller sind aufgrund der Zusammensetzung besser geeignet als Silikonschnuller. Es gibt eigene Frühchenschnuller.
jeeny - 6. Feb, 10:35
Gerade bei Intensivkindern vergisst man über die Jahre hinweg, sich selbst auch Mal was Gutes zu tun. Ein schöner Abend im Theater, sich im Kino einen Liebensfilm gönnen oder einfach ein gutes Abendessen mit dem Liebsten. Auch wenn die Anfangszeit noch so schwer war, sollte man irgendwann einmal wieder beginnen auch die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Ich weiß aus Erfahrung, dass dies alles andere als einfach ist. Das schlechte Gewissen, dass Kind zu hause zu lassen überwiegt. Nach 1,5 Jahren, merkte ich jedoch, dass ich erkennen musste, dass die Intensivzeit vorüber ist. Ich konnte nicht länger in der Vergangenheit leben und musste meine Ängste zurücklassen. Und ich konnte zu meinem Erstaunen feststellen, dass mein Sohn keinen Schaden davontrug, nur weil ich mir erlaubte ab und zu einmal am Abend mit Freunden oder meiner besseren Hälfte etwas zu unternehmen. Ich selbst wurde ausgeglichener und hatte die Vorfreude auf meinen Sohn wieder gefunden. Es ist wichtig sich Mal eine Auszeit zu nehmen und jemanden zu bitten auf das Kind zu achten. Meist werden Omas oder Patenonkel gebeten nur was tun, wenn man niemanden vorweisen kann, der einen unterstützt. Leihomas und Leihopas oder Babysitter sind eine Alternative. Wenn Ihr Kind bereits durchschläft und sie es selbst zu Bett bringen, wird es Ihr Kind nicht einmal merken, dass statt Ihrer Wenigkeit ein Babysitter vor dem Babyphon sitzt. Wichtig ist jedoch, dass es dieselbe Leihoma oder derselbe Babysitter sein sollte. Gerade wenn sie mal untertags dringend eine Auszeit benötigen, sollte ihr Kind den Babysitter kennen und ihn selbstverständlich auch mögen. Ich weiß, dass es schwierig ist sein Kind einer fremdem Person anzuvertrauen, wenn sie sich aber bei der Auswahl des Babysitters Zeit nehmen und die Person zuerst etwas besser kennen lernen, wird Ihnen die ganze Sache erleichtert. Und vergessen Sie nicht, auch Sie sind ein Mensch mit Bedürfnissen, auch wenn dies viele Mütter und Väter oft vergessen.
Felix mit seiner Oma
Auszug aus der Seite: Frauenratgeberin
Zur stundenweisen Betreuung von Kindern eignen sich Oma/Opa-Dienste. Diese vermitteln ältere, körperlich und geistig agile Menschen an Familien mit dem Ziel, zwischen der Familie und der Leihoma/dem Leihopa eine kontinuierliche, familiäre Beziehung aufzubauen. Für die Kinder soll die Leihoma (oder der Leihopa) eine Bezugsperson werden, die ihnen Aufmerksamkeit und Zeit widmet. In fast allen Bundesländern gibt es sogenannte Oma- Dienste, die Omas und gelegentlich Opas vermitteln. Informationen bietet zB der Katholische Familienverband.
Links für Babysitter
Leihomas und -opas
Kinderbetreuung
Babysitter
jeeny - 18. Jan, 14:57
Es besteht oft die Gefahr, dass Frühchen ganz besondere Aufmerksamkeit zu Teil wird (siehe Kommentar). Dies ist aber bei gesunden Kindern nicht notwendig. Ich kenne Mütter die ihre Frühchen auch im sechsten Lebensjahr noch auf Watte betten. Es ist fraglich, ob dies dem Kind mehr nützt oder schadet.
jeeny - 18. Jan, 14:03