Interview mit einem Frauenarzt
Schon während einer Schwangerschaft tauchen oft viele Fragen auf, die man beantwortet wissen will. Wie bemerke ich eine Frühgeburt oder auf was sollte ich achten? Der Innsbrucker Frauenarzt Dr. Harald Kirchler hat sich die Zeit genommen, einige Fragen zu Thema „Schwangerschaft“ und auch „Frühgeburt“ zu beantworten.
Ab wann spricht man von einer Frühgeburt?
Prinzipiell gibt es eine unendliche Unklarheit in der Zwischenzeit die Definitionen betreffend. Frühgeburt ab wann, Spätabort ab wann. Normalgeburt ab wann. Es gibt nur mehr fließende Grenzen. Das Einzige was halbwegs noch hält, ist das Ende der Zeit wo man von Frühgeburt spricht. Das ist an und für sich in der 36. Schwangerschaftswoche. In den allermeisten Fällen wird man ab der 36. Schwangerschaftswoche – laut Definition – nie von einer Frühgeburt sprechen. Die früher klassische Trennung zwischen Spätabort und Frühgeburt lag einmal in der 28. Schwangerschaftswoche, dann in der 26. Schwangerschaftswoche. Heutzutage verschiebt sich das immer weiter nach unten. Es gibt jetzt schon Grenzen, wo man früher nicht einmal zu hoffen gewagt hat, ein Kind gesund aufzubringen.
Wie macht sich eine Frühgeburt bemerkbar?
Das ist ganz schwierig zu beantworten. Es gibt natürlich Frühgeburtlichkeiten, die sich ankündigen und es gibt leider auch Frühgeburten ohne Ankündigung. Bei der klassischen Frühgeburt passiert nichts anderes, als dass eine normale Geburt beginnt. Dass sich der Verschlussapparat der Gebärmutter öffnet. Und dann kann man sagen, es gibt eine stille Öffnung des Verschlussapparates – des Gebärmutterhalses – welche wahrscheinlich, wie der Name schon andeutet, ohne erkennbare Vorveränderung aus dem Nichts heraus stattfindet. Öfters verstecken sich aber dahinter organische Fehlbildungen der Gebärmutter der Frau. Also im Vorfeld könnte man sich vielleicht schon ein bisschen informieren, hat eine Frau eine spezielle Gebärmutterformvariante. Ist dies der Fall, werde ich die Frau natürlich anders betreuen, kontrollieren, als wenn alles ganz unauffällig wäre. Aber im Einzelfall gibt es aber leider auch, dass man völlig überrascht wird. Selbstverständlich gibt es die vorangekündigten Frühgeburten oder Spätabortlichkeiten. Da gehören organische Veränderungen dazu und die entzündliche Komponente. Es gibt sicher Schwangerschaften, welche problematisch beginnen, Es gibt zB Blutungen. Der Großteil dieser Probleme löst sich zwar üblicherweise in Wohlgefallen auf, aber klarerweise können solche Dinge auch einmal weiter ins Negative laufen. Aus einer blutenden Frühschwangerschaft kann sich ein Bluterguss ergeben, welcher bestehen bleibt und möglicherweise zu Ablösungen von Eihäuten führt.
Was gibt es für Infektionen?
Selbstverständlich gibt es immer wiederkehrende Infektionen im Scheidenbereich, welche sich wenn es Problemkeime betrifft, oder wenn es eine gewisse Intensität der Bekeimung bedeutet, doch einen aufsteigenden Infekt ergeben. Infektionen, welche sich dann in Richtung Schwäche – Schwächung – des Verschlusses auswirken. Das Loslassen der Schwangerschaft kann dann auch ein Heilungsversuch der Natur sein, bevor eine massive Blutvergiftung oder Gesamtinfektion des mütterlichen Körpers stattfindet.
Ist der Scheidensekrettest sinnvoll?
Vom Prinzip her ist es sicherlich nicht unsinnig, aber selbstverständlich werden dadurch bei vielen Frauen wieder Ängste geweckt. Aber vom Prinzip her ist die Beurteilung des Scheidensekretes nicht unsinnig, sondern natürlich auch hilfreich. Prinzipiell ja, aber mit Maß und Ziel.
Was kann ich machen, wenn eine Frühgeburt naht?
Prinzipiell ist es das Ziel, alles daran zu setzen, dass es zu keiner Frühgeburt und zu keiner frühen Frühgeburt kommt. Wenn es denn Tendenzen gibt, dass sich etwas zusammenbraut, dann ist natürlich jeder Tag der gewonnen werden kann, unendlich viel wert. Und da gibt es sicher auch gewisse Möglichkeiten. Prinzipiell man kann medikamentös die kindliche Lunge, welche bei einer Frühgeburt ein großes Problem darstellt, vorreifen, dh versuchen reifer zu bekommen.
Im Extremfall ist strenge körperliche Schonung bis hin zur eventuellen Bettlägrigkeit anzuordnen. Im Einzelfall, heutzutage macht man es weniger oft, früher war es eine Standardoperation, kann man auch den Gebärmutterhals zubinden, operativ verschließen. Die Wehentätigkeit kann man natürlich deshalb nicht abstellen.
Es gibt in der Zwischenzeit einige medikamentöse Methoden, mit denen man versucht Wehen zu verhindern oder zu bremsen. Wenn man sie frühzeitig erkennt, können sie auch zur Ruhe gebracht werden.
Haben diese Medikamente Auswirkungen auf das Kind?
Kurzfristig vielleicht, im Einzelfall. Aber nicht in die Richtung, dass man sagen könnte, das Kind trägt irgendeinen Schaden davon.
Was sind typische Risikofaktoren?
Situationen wie die sogenannte „Mehrlingsschwangerschaft. ZB Bei einer künstlichen Befruchtung und in der Erstschwangerschaft wird dann der Gebärmutter zuviel zugemutet. Die Gebärmutter ist vielleicht auch oft zu alt.
Risikofaktoren sind auch organische Veränderungen der Gebärmutter zB nach Operationen am Gebärmutterhals. Eine höhere Infektbereitschaft, wenn vorherige Operationen am Gebärmutterhals gewisse Lücken zulassen. Das sind vorab leichter erkennbare Risikofaktoren.
Sind ganz junge Mütter mehr gefährdet?
Es gibt vielleicht Statistiken, die das nahe legen und erahnen lassen. Ob dann aber zusätzlich eher wieder die soziale Schicht eine gewisse Mitrolle spielt, in Richtung eher mehr Infekte, keine Zeit zum Aufpassen, zu wenig soziale Absicherung, das getraue ich mich selber gar nicht zu beantworten.
Prinzipiell ist es richtig, wenn es ganz ins Extreme geht, dass es Hinweise gibt, dass die Ganzganzjungen tendenziell eher Probleme haben, aber nicht nur in Richtung Frühgeburtlichkeit, sondern auch in Richtung anderer Schwangerschaftskomplikationen. Die reine Jugend ist meiner Meinung nach kein klassischer Risikofaktor. Wenn das ganze Management rundherum intakt ist.
Ist die Gefahr größer, wenn ich schon eine Frühgeburt hatte?
Ja. Den Zusammenhang kann man durchaus als Leitlinie nehmen. Frauen die bereits einmal frühgeboren haben, sind sicher kritischer zu betrachten und schärfer zu kontrollieren.
Was raten Sie Schwangeren?
Den Spaß nie verlieren. Jede normale gesunde Schwangere soll ja nicht in die Situation kommen, sich plötzlich krank zu fühlen. Man kann sich klarerweise ab irgendeinem Zeitpunkt auch selbst verrückt machen und die Freude an dieser Zeit verlieren. Schwangerschaft soll ja von vornherein keine Krankheit sein.
Ist Sport während der Schwangerschaft erlaubt?
Nicht an die Grenze gehen. Bitte die sogenannten Großmüttersprüche beachten: „Kind ich sags dir: Nicht zu heiß, nicht zu schnell, nicht zu kalt, nicht zu hoch, nicht zu wild, nicht zu lang!“ Immer nach dem Bauchgefühl handeln.
Prinzipiell sind natürlich Dinge schlecht, die „stop and go“ sind, Volleyball, Tennis, Badminton.
Radfahren und Schwimmen sind ideal, sie nehmen das Gewicht. Dies gilt alles für den gesunden Schnitt.
Muss ich auf Geschlechtsverkehr verzichten?
Der eigene Bauch sollte dies entscheiden, wenn alles normal verläuft. Es gibt keinerlei Grund, sich irgendwelche Sorgen oder Gedanken zu machen. Gewisse Dinge sind nicht mehr willkommen. Es sind wahrscheinlich sehr viele unterbewusste Ängste verknüpft, welche gewisse Dinge eh schon minimieren oder ausschließen. Wenn alles passt gibt es kein Limit.
Ab wann spricht man von einer Frühgeburt?
Prinzipiell gibt es eine unendliche Unklarheit in der Zwischenzeit die Definitionen betreffend. Frühgeburt ab wann, Spätabort ab wann. Normalgeburt ab wann. Es gibt nur mehr fließende Grenzen. Das Einzige was halbwegs noch hält, ist das Ende der Zeit wo man von Frühgeburt spricht. Das ist an und für sich in der 36. Schwangerschaftswoche. In den allermeisten Fällen wird man ab der 36. Schwangerschaftswoche – laut Definition – nie von einer Frühgeburt sprechen. Die früher klassische Trennung zwischen Spätabort und Frühgeburt lag einmal in der 28. Schwangerschaftswoche, dann in der 26. Schwangerschaftswoche. Heutzutage verschiebt sich das immer weiter nach unten. Es gibt jetzt schon Grenzen, wo man früher nicht einmal zu hoffen gewagt hat, ein Kind gesund aufzubringen.
Wie macht sich eine Frühgeburt bemerkbar?
Das ist ganz schwierig zu beantworten. Es gibt natürlich Frühgeburtlichkeiten, die sich ankündigen und es gibt leider auch Frühgeburten ohne Ankündigung. Bei der klassischen Frühgeburt passiert nichts anderes, als dass eine normale Geburt beginnt. Dass sich der Verschlussapparat der Gebärmutter öffnet. Und dann kann man sagen, es gibt eine stille Öffnung des Verschlussapparates – des Gebärmutterhalses – welche wahrscheinlich, wie der Name schon andeutet, ohne erkennbare Vorveränderung aus dem Nichts heraus stattfindet. Öfters verstecken sich aber dahinter organische Fehlbildungen der Gebärmutter der Frau. Also im Vorfeld könnte man sich vielleicht schon ein bisschen informieren, hat eine Frau eine spezielle Gebärmutterformvariante. Ist dies der Fall, werde ich die Frau natürlich anders betreuen, kontrollieren, als wenn alles ganz unauffällig wäre. Aber im Einzelfall gibt es aber leider auch, dass man völlig überrascht wird. Selbstverständlich gibt es die vorangekündigten Frühgeburten oder Spätabortlichkeiten. Da gehören organische Veränderungen dazu und die entzündliche Komponente. Es gibt sicher Schwangerschaften, welche problematisch beginnen, Es gibt zB Blutungen. Der Großteil dieser Probleme löst sich zwar üblicherweise in Wohlgefallen auf, aber klarerweise können solche Dinge auch einmal weiter ins Negative laufen. Aus einer blutenden Frühschwangerschaft kann sich ein Bluterguss ergeben, welcher bestehen bleibt und möglicherweise zu Ablösungen von Eihäuten führt.
Was gibt es für Infektionen?
Selbstverständlich gibt es immer wiederkehrende Infektionen im Scheidenbereich, welche sich wenn es Problemkeime betrifft, oder wenn es eine gewisse Intensität der Bekeimung bedeutet, doch einen aufsteigenden Infekt ergeben. Infektionen, welche sich dann in Richtung Schwäche – Schwächung – des Verschlusses auswirken. Das Loslassen der Schwangerschaft kann dann auch ein Heilungsversuch der Natur sein, bevor eine massive Blutvergiftung oder Gesamtinfektion des mütterlichen Körpers stattfindet.
Ist der Scheidensekrettest sinnvoll?
Vom Prinzip her ist es sicherlich nicht unsinnig, aber selbstverständlich werden dadurch bei vielen Frauen wieder Ängste geweckt. Aber vom Prinzip her ist die Beurteilung des Scheidensekretes nicht unsinnig, sondern natürlich auch hilfreich. Prinzipiell ja, aber mit Maß und Ziel.
Was kann ich machen, wenn eine Frühgeburt naht?
Prinzipiell ist es das Ziel, alles daran zu setzen, dass es zu keiner Frühgeburt und zu keiner frühen Frühgeburt kommt. Wenn es denn Tendenzen gibt, dass sich etwas zusammenbraut, dann ist natürlich jeder Tag der gewonnen werden kann, unendlich viel wert. Und da gibt es sicher auch gewisse Möglichkeiten. Prinzipiell man kann medikamentös die kindliche Lunge, welche bei einer Frühgeburt ein großes Problem darstellt, vorreifen, dh versuchen reifer zu bekommen.
Im Extremfall ist strenge körperliche Schonung bis hin zur eventuellen Bettlägrigkeit anzuordnen. Im Einzelfall, heutzutage macht man es weniger oft, früher war es eine Standardoperation, kann man auch den Gebärmutterhals zubinden, operativ verschließen. Die Wehentätigkeit kann man natürlich deshalb nicht abstellen.
Es gibt in der Zwischenzeit einige medikamentöse Methoden, mit denen man versucht Wehen zu verhindern oder zu bremsen. Wenn man sie frühzeitig erkennt, können sie auch zur Ruhe gebracht werden.
Haben diese Medikamente Auswirkungen auf das Kind?
Kurzfristig vielleicht, im Einzelfall. Aber nicht in die Richtung, dass man sagen könnte, das Kind trägt irgendeinen Schaden davon.
Was sind typische Risikofaktoren?
Situationen wie die sogenannte „Mehrlingsschwangerschaft. ZB Bei einer künstlichen Befruchtung und in der Erstschwangerschaft wird dann der Gebärmutter zuviel zugemutet. Die Gebärmutter ist vielleicht auch oft zu alt.
Risikofaktoren sind auch organische Veränderungen der Gebärmutter zB nach Operationen am Gebärmutterhals. Eine höhere Infektbereitschaft, wenn vorherige Operationen am Gebärmutterhals gewisse Lücken zulassen. Das sind vorab leichter erkennbare Risikofaktoren.
Sind ganz junge Mütter mehr gefährdet?
Es gibt vielleicht Statistiken, die das nahe legen und erahnen lassen. Ob dann aber zusätzlich eher wieder die soziale Schicht eine gewisse Mitrolle spielt, in Richtung eher mehr Infekte, keine Zeit zum Aufpassen, zu wenig soziale Absicherung, das getraue ich mich selber gar nicht zu beantworten.
Prinzipiell ist es richtig, wenn es ganz ins Extreme geht, dass es Hinweise gibt, dass die Ganzganzjungen tendenziell eher Probleme haben, aber nicht nur in Richtung Frühgeburtlichkeit, sondern auch in Richtung anderer Schwangerschaftskomplikationen. Die reine Jugend ist meiner Meinung nach kein klassischer Risikofaktor. Wenn das ganze Management rundherum intakt ist.
Ist die Gefahr größer, wenn ich schon eine Frühgeburt hatte?
Ja. Den Zusammenhang kann man durchaus als Leitlinie nehmen. Frauen die bereits einmal frühgeboren haben, sind sicher kritischer zu betrachten und schärfer zu kontrollieren.
Was raten Sie Schwangeren?
Den Spaß nie verlieren. Jede normale gesunde Schwangere soll ja nicht in die Situation kommen, sich plötzlich krank zu fühlen. Man kann sich klarerweise ab irgendeinem Zeitpunkt auch selbst verrückt machen und die Freude an dieser Zeit verlieren. Schwangerschaft soll ja von vornherein keine Krankheit sein.
Ist Sport während der Schwangerschaft erlaubt?
Nicht an die Grenze gehen. Bitte die sogenannten Großmüttersprüche beachten: „Kind ich sags dir: Nicht zu heiß, nicht zu schnell, nicht zu kalt, nicht zu hoch, nicht zu wild, nicht zu lang!“ Immer nach dem Bauchgefühl handeln.
Prinzipiell sind natürlich Dinge schlecht, die „stop and go“ sind, Volleyball, Tennis, Badminton.
Radfahren und Schwimmen sind ideal, sie nehmen das Gewicht. Dies gilt alles für den gesunden Schnitt.
Muss ich auf Geschlechtsverkehr verzichten?
Der eigene Bauch sollte dies entscheiden, wenn alles normal verläuft. Es gibt keinerlei Grund, sich irgendwelche Sorgen oder Gedanken zu machen. Gewisse Dinge sind nicht mehr willkommen. Es sind wahrscheinlich sehr viele unterbewusste Ängste verknüpft, welche gewisse Dinge eh schon minimieren oder ausschließen. Wenn alles passt gibt es kein Limit.
jeeny - 29. Jan, 18:21





